Zwerglanghaardackel von der Kaiserinsel FCI

Der Teckel

Geschichte:
Die Karriere des vornehmen Langhaardackels begann mit Glanz und Gloria: Im 17. Jahrhundert tauchte die Rasse erstmals an deutschen Königshöfen auf. Johan Georg II., Prinz zu Anhalt und Dessau, der damals Kurzhaardackel hielt, wollte deren Fell ein wenig auf Hochglanz bringen und kreuzte sie mit kleinen deutschen und englischen Spaniels. Es war der Züchter Leopold Wöpke, der zu dieser Kombination geraten hatte, und dank seiner intensiven Arbeit war Ende des 18. Jahrhunderts eine neue Dackel-Varietät entstanden: klein, charmant, folgsam und schon bald sehr angesehen - die "Wöpke-Rasse". Doch ihr Erfolg hielt leider nicht lange vor, denn knapp hundert Jahre später war diese Linie schon wieder von der Bildfläche verschwunden. Nur ein Kupferstich von Ridinger (1698 - 1767) zeigt ein Hündchen, dessen Rute, Läufe und Flanken lange, seidige Fransen tragen.

Seinen Durchbruch in Bayern verdankt der langhaarige Dackel dem Züchter Joseph Rangger, der die Hunde des bayrischen Königshofs betreute, kurzbeinige Wurst im welligen Fell bezeichneten Hunde wurden unter dem Namen "Rangger-Rasse" bekannt. Weitere Züchtungen zielten auf ein harmonisches Erscheinungsbild ab, und allmählich nahm der Langhaardackel ausgewogenere Proportionen an. Die Nachkommen der Rangger-Rasse gingen als erste in die Annalen eines Klubs ein, der sich 1888 gegründet hatte. Im selben Jahr wurde allerdings auch schon der erste Dackel-Verein aus der Taufe gehoben, der jenen Vorgänger-Klub gleich völlig absorbierte. Erste Züchter der neuen Varietät waren Bünau in Bernburg sowie der Freiherr von Cramm.

Gegen Ende der 30er Jahre hatte der Langhaardackel seine Brüder im kurzen und rahhaarigen Fell überflügelt. Diese Tendenz hielt bis etwa 1970 an. zwar machte auch der Rauhhaardackel in all den Jahren bedeutende Schritte nach vorn, doch die langhaarige Varietät sprengte alle Rekorde! Mittlerweile hat sich das Blatt allerdings gewendet: Heute liegen Naturburschen im Trend, so daß der struppige kleine Kerl seinem seidigen Verwandten wieder den Rang abläuft und an erster Stelle steht. Danach kommt mit einem größeren Abstand der Langhaardackel und gleich dahinter der Kurzhaardackel.
 

Übrigens: Der Dachshund, Teckel oder Dackel bildet unter den Rassehunden insofern ein Unikum, als bei ihm die Größenvarietäten nicht nach der Schulterhöhe, sondern nach Gewicht und Brustumfang unterschieden werden.

Wesen, Haltung:
Von allen drei Varietäten eignet sich der Langhaardackel am besten zum Begleiter, da er wesentlich folgsamer und gelehriger ist als seine beiden Verwandten.

Trotz seiner geringen Größe sollten Sie ihn keinesfalls zum Schoßhündchen umfunktionieren, denn in seinen Adern brodelt das pure Temperament! Ein ausgebildeter Langhaardackel kann es an Disziplin und Gehorsam durchaus mit einem Schutz- oder Gebrauchshund aufnehmen. Artig läuft er bei Fuß, auch wenn Sie die Leine zu Hause gelassen haben, und nichts kann ihn von seinem Weg abbringen. Auch über den appetitlich duftenden Futternapf macht er sich erst her, wenn Sie es ihm erlauben. Gar nicht schlecht für einen so kleinen Hund, dem manchmal der Ruf vorauseilt, sehr schwierig und dickköpfig zu sein! Außerdem fürchtet er nichts und niemanden. Nach entsprechender Ausbildung können Sie ihn sogar als Wachhund gebrauchen: Zuverlässig hütet er Ihr Heim und schreckt nicht davor zurück, jedem, der sich auch nur dem Hause nähert, sein furchterregendes Gebiß entgegenzufletschen.

Damit Ihr Dackel zu einem solchen Musterbeispiel an Gehorsam heranwächst, muß er nachvollziehen können, was Sie von ihm verlangen. Auf lange Erklärungen hat er jedoch überhaupt keine Lust. Wenn sie z. B. schimpfe: "Du böser Hund, hast schon wieder mein Blumenbeet umgegraben! Schämst du dich eigentlich überhaupt nicht?", wird er kaum verstehen, warum Sie so böse sind, und diese Dummheit jederzeit wiederholen - vielleicht sogar, um sich für Ihre lange Schimpfparade zu rächen. Sagen Sie einfach: "Pfui!" und sperren Sie ihn allein für einige Zeit ins andere Zimmer, dann wird er Blumen und Beete immer mit Strafe in Verbindung bringen (für Hunde ist Alleinsein die schlimmste Strafe). Der Langhaardackel lernt gern und gibt sich Mühe, sich nicht zu enttäuschen.
 

Der Langhaardackel tollt gern stundenlang durch den Garten, weiß aber Bequemlichkeit in einer anheimelnden Atmosphäre ebenso zu schätzen. Ein Mittagsschläfchen im Wohnzimmer genießt er in vollen Zügen, hier fühlt er sich gebogen und wohl. Erklimmt er heimlich, still und leise das Sofa und macht es sich darauf gemütlich? Ein deutliches und scharfes "Nein", verbunden mit Runtersetzen des Hundes auf den Boden, verweist ihn in sein Körbchen. Das Sofa ist aber wunderbar weich, und ehe Sie sich´s versehen, pirscht er sich wieder an... Geben Sie auf keinen Fall klein bei, aber loben und streicheln Sie ihn, wenn er sich auf seinen Platz trollt. Nach fünf oder sechs Zurückweisungen müßte er wissen, wo er hingehört. Die Aussicht auf Zärtlichkeit im eigenen Körbchen ist fast immer stärker als das Verlangen nach weichen Sofakissen. Vergessen Sie also nie, ihn für gelungenes Verhalten zu belohnen.

Alle Dackel spielen für Ihr Leben gern, und ihre liebsten Kameraden sind natürlich Kinder, weil diese nicht so schnell die Lust verlieren wie Erwachsene. Die Kinder müssen sich allerdings etwas einfallen lassen, denn Bälle zu apportieren, findet er nicht besonders aufregend. Viel lieber stibitzt er einen Socken oder die Pantoffeln der Kinder uns spielt damit vergnügt Verstecken!

An ein Stadtleben gewöhnt sich der Langhaardackel recht schnell. Wiesenflink und mit fröhlicher Miene durchstreift er die Straßen des Viertels, schnuppert hier, schnüffelt da und saugt die Wohlgerüche seines Umfelds gierig ein. Auch zu Hause findet er immer etwas Neues zu entdecken, läuft von einem Zimmer ins andere, springt mit einem Riesensatz übers Bett, durchstöbert den Schrank oder fängt eine Fliege im Flug. Alles, was ihm vor die Nase kommt, interessiert ihn. Kein Wunder also, daß sich ein so aufgeweckter Hund in einem Haus mit Garten natürlich wohler fühlen würde, denn hier hat er Gelegenheit, seinen Jagdinstinkten freien Lauf zu lassen. Als begnadeter Baujäger durchwühlt er das Erdreich nach Mäusen und Maulwürfen, schont jedoch auch Ihre Blumenbeete nicht. Sein Territorium ist ihm heilig und es wird Tag und Nacht sorgfältig bewacht.

Übrigens: Dackel spielen gern den Clown, doch diese Neigung sollten Sie auf keinen Fall fördern. Um Aufmerksamkeit zu erregen, hüpfen sie wild durch die Gegend, springen auf ihren Lieblingssessel, hechten mit einem Riesensatz aus dem Auto oder machen Männchen, um ein Stück Zucker zu ergattern. 
 

Ernährung, Pflege:
Wenn Sie nicht aufpassen, wird aus dem entzückenden kleinen Kerl schnell ein dicker Pummel. Dackel fressen gern, sollten jedoch keinesfalls mehr bekommen als angegeben und empfohlen. Bringt Ihr Schützling bereits zuviel Gewicht auf die Waage, setzen Sie ihn gnadenlos auf Diät.

Das Fell des Dackels muß regelmäßig gebürstet werden. Verfilzte Stellen und widerspenstige Knötchen können Sie mit einer Schere vorsichtig herausschneiden. Heben Sie dann noch die Ohren an und bürsten Sie sie sanft. Reinigen Sie auch das Innenohr, die Augen und vor allem die Zähne, denn der Dackel bildet leicht Zahnstein, den Sie hin und wieder vom Tierarzt entfernen lassen sollten.

Widerristhöhe: Maximal 17 bis 25 cm für beide Geschlechter und alle drei Schläge.

 

Man unterscheidet folgende drei Größen: Normalschlag, Zwergteckel und den Kaninchenteckel
 



Die Zuordnung zur jeweiligen Größe erfolgt durch das Messen des Brustumfanges des Teckels frühestens im Alter von 15 Monaten.
 



Maße des Normalschlagteckels:Brustumfang über 35 cm

Maße des Zwergteckels:Brustumfang 31-35 cm

Maße des Kaninchenteckels:Brustumfang bis 30 cm
 


Gewicht:
Kaninchendackel: Max. 4 kg.
Zwergdackel: Max 6 kg.
Standardschlag: Ab 6 kg-15 kg. 


Durchschnittliche Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre

Andere Namen: Teckel, Dachshund

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